Gute Wahl Rorschach

19.05.2019
Beat Looser

Dankeschön!

Herzlichst DANKE an alle meine Wählerinnen und Wähler für eure Stimmen!

Ich freue mich jetzt schon auf den Wahlkampf im nächsten Jahr, wenn es dann um 4 Jahre Stadtpräsident geht.

Und Gratulation an Röbi Raths zur gewonnen Wahl, sowie an Guido Etterlin für seinen engagierten Wahlkampf.

Standpunkte

Grundsätzliches

Ich bin in erster Linie Demokrat und somit ist klar, dass ich auch demokratisch gefällte Entscheide, die nicht meiner Meinung entsprechen, mit vollem Einsatz umsetzen werde.

Bodensee

Es gibt wahrscheinlich nichts was diese Stadt mehr prägt als die wunderschöne Lage am Bodensee.

Nicht zuletzt beziehen wir auch unser Trinkwasser daraus. Um so wichtiger ist es für uns den Bodensee und die Wasserqualität zu schützen, aber auch den Zugang für die Bevölkerung zum Wasser zu optimieren.

Leider ist auch unser See mit Plastik belastet und eine Mehrzahl der Fische hat bereits Mikroplastik im Bauch. Deshalb ist es mein Anliegen, dass Rorschach so plastikfrei wie möglich wird. Mit gemeinsamen Kräften von Stadt, Bevölkerung und Gewerbe in einem Plastikfreiprojekt muss versucht werden, Plastik wo immer möglich zu vermeiden oder zu reduzieren.

Läden und lokales Gewerbe

Wer lokales Gewerbe und Läden in der Stadt will, muss diese auch nutzen. Wo immer möglich werde ich mich dafür einsetzen Leistungen beim lokalen Gewerbe zu beziehen.

Um KundInnen in die Stadt zu locken, braucht es vor allem auch Angebote, die das Internet nicht bieten kann. Besondere Atmosphäre, spezielle Anlässe sind ein wichtiger Teil. Wenn man sieht wie gut besucht der Spielplatz im Kellen in Goldach an schönen Tagen ist, wäre sicher eine Möglichkeit um Rorschach zu einem beliebten Einkaufs-Ausflugsort für Familien zu machen, wenn man Rorschach mit Spielplatzelementen, Wasserspielen (Bodenseebezug) etc. und allenfalls sogar an gewissen Tagen mit einem betreuten Kinderhütedienst aufwerten würde.

Nicht abzustreiten ist, dass auch genügend Parkplätze wichtig sind.

Verkehrsprojekte

In der momentanen Situation bin ich klar gegen eine Autounterführung beim Stadtbahnhof. Ganz einfach weil das Kosten-Nutzenverhältnis in keinem Verhältnis zueinander steht. In der aktuellen Finanzsituation der Stadt Rorschach ist ein solch teures Loch im Boden für relativ wenig Nutzen absolut nicht tragbar und nicht sinnvoll.

Auch den neuen Autobahnanschluss halte ich absolut für nicht wünschenswert.

  1. Bringen neue Strasse höchstens kurzfristig eine kurze Verkehrsentspannung und schon mittelfristig eher mehr Verkehr.
  2. Sinkt die Sicherheit in unserer Region, da es statistisch klar ist: Je näher eine Autobahneinfahrt, desto mehr Einbrüche.
  3. Je mehr Einfahrten und Ausfahrten eine Autobahn hat, desto weniger flüssig läuft der Verkehr und die Kapazität sinkt deutlich.
  4. Ist es Verhältnisblödsinn soviel Land und Geld in Beton zu giessen für die jetzige Form des Individualverkehrs, die nicht die zukünftige Lösung sein kann und wird, da sie komplett ineffizient im Bezug auf Energieverbrauch und Landressourcen ist. Wer nur ein wenig Interesse daran hat unseren Nachfahren noch Natur und Lebenschancen zu hinterlassen, muss auch mal über die nächsten 10 Jahre hinaus denken.

Menschen, Steuerfuss und Steuerwettbewerb

Der Steuerwettbewerb, wie er momentan in der Schweiz betrieben wird, fördert einen unguten Wettbewerb zwischen Kantonen und Gemeinden, nützt nur Reichen und Superreichen und gefährdet immer mehr die Erfolgsformel, die die Schweiz gross gemacht hat: die Solidarität zwischen Arm und Reich, zwischen Land und Stadt. Dass die Schweiz über so viele Jahre ein Hort von Stabilität und Sicherheit war, lag vor allem daran, dass nicht nur die oberen 10000 wohlhabender wurden, sondern alle.

Wo in der Schweiz Steuern gesenkt werden, profitiert der Durchschnitt der BürgerInnen eventuell mit ein paar hundert Franken, aber die sehr gut Verdienenden sparen sich dadurch Steuern in ganz anderen Dimensionen. Das sind die Millionen, die am Schluss in unserem gemeinsamen Topf fehlen und dann wird bei der Bildung, bei Spitälern und ganz allgemein bei Ausgaben zu Gunsten von uns allen gespart, wie wenn wir ein armes Land wären. Den Vermögenden kann das egal sein, sie können ihre Kinder jederzeit in gute Privatschulen schicken, sich die beste Medizin in Privatkliniken leisten und so weiter.

Zu Rorschach: Es kann nicht sein, dass eine Stadt einseitig bei den Schwächsten spart. Für mich ist klar, dass wir der SKOS wieder beitreten (der Spareffekt ist ja eh mehr symbolisch) und ich mich im Gegenzug dafür einsetzen werde, den Lohn des Stadtpräsidenten um mindestens ¼ zu kürzen. Statt zu versuchen, immer mehr günstigen Wohnraum zu vernichten und damit den ungeliebten «kleinen Bürger und Bürgerin» loszuwerden (unter der Ära von Hr. Müller sogar mit kriminellen Methoden), würde ich mich dafür einsetzen, dass als erster Schritt im Kanton St. Gallen ein Systemwechsel im Sozialwesen stattfindet zum Berner Modell, wo alle in einen Topf einzahlen und die betroffenen Gemeinden daraus beziehen. Ich bin mir sicher, dass es genügend grössere Gemeinden und Städte im Kanton gibt, die ebenfalls stark betroffen sind und ein vitales Interesse an einem Wechsel hätten. Das löst noch nicht alle Probleme, aber es wäre ein Anfang.

Wer solchen Ausgleich nicht will, arbeitet längerfristig daran, dass es in der Schweiz immer mehr Gemeinden gibt, die sich zu Armenghettos entwickeln und umgekehrt andere zu Gemeinden nur noch für Wohlhabende. Eine Separierung, Teilung der Bevölkerung mit allen negativen Auswirkungen, wie wir es aus vielen Gegenden Amerikas kennen. Das ist nicht meine Schweiz und kann nicht im Interesse von Niemandem sein.

Mehr Miteinander statt Gegeneinander machen eine Stadt lebenswert und dafür braucht es alle BewohnerInnen einer Stadt. Wer will, dass man nicht nur nebeneinander lebt, sondern auch für einander da ist, muss auch alle einbeziehen wollen. Wer Zugezogenen unsere Werte nahebringen will, muss ihnen diese auch vorleben und beibringen.

Und wenn Einheimisches und Fremdes sich gegenseitig bemühen und von einander lernen, wird Rorschach noch lebenswerter und farbenfroher.